>15. März 2011

Wie das Internet (mal wieder) Organisationen und die Welt verändert

von Clemens Böge

Er hat es schon wieder getan. Don Tapscott, Autor und Management-Berater mit Gespür für Trends und deren Vermarktung, hat nachgelegt und weitet die seinem Buch „Wikinomics“ zugrunde liegenden Prinzipien vom einzelnen Unternehmen auf die Gesamtwirtschaft aus. „Macrowikinomics“ heißt der Nachfolger konsequenterweise und postuliert, dass hierarchisch strukturierte Organisationen weiter an Macht verlieren und Zusammenschlüsse von Menschen im Netz an Einfluss gewinnen werden. Demnach stehen die wirtschaftlichen Modelle des Industriezeitalters endgültig vor dem Aus und werden durch die fünf Prinzipien der Netzwerk-Gesellschaft ersetzt:

– Zusammenarbeit
– Offenheit
– Bereitschaft zum Teilen
– Integrität
– Interdependenz

Das alles und mehr ist in einem Interview mit Tapscott nachzulesen, welches in der Februar-Ausgabe des wie immer empfehlenswerten Magazins „brand eins“ erschienen ist (hier online lesen).

Auch wenn sich die Thesen von Tapscott angesichts der aktuellen Realität in vielen Organisationen noch immer sehr nach Zukunftsmusik anhören, sind doch die Zeichen für jeden unübersehbar, der sich intensiver mit dem Phänomen sozialer Netzwerke beschäftigt. Gerade weil aber der individuelle Umgang mit Social Media teilweise von erstaunlicher Sorglosigkeit geprägt ist, verdient eine Differenzierung Tapscotts m.E. besondere Beachtung: „Transparenz ist eine Verpflichtung für Organisationen, Datenschutz ein Recht des Einzelnen.“

Eine Nummer kleiner heißt das für mich: Unternehmen sollten die Forderung nach mehr Offenheit als Möglichkeit begreifen, mit ihren Kunden ins Gespräch zu kommen. Sie dürfen jedoch nicht erwarten, dass für diese daraus eine Verpflichtung erwächst, mit der gleichen Offenheit zu antworten. So kann ich das unterschreiben.

 

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