>29. Juni 2011

Kann eine Glühbirne 100 Jahre lang brennen?

von Clemens Böge

Ja, sie kann. Und das sogar online. Und mittlerweile sind es sogar schon 110 Jahre, die das Ding in einer amerikanischen Feuerwache ihren Dienst tut.

Wieso gehen die Lampen dann bei mir permanent kaputt? Ebenso wie andere Dinge, von denen man eigentlich annehmen könnte, dass sie viel länger halten, als es dann der Fall ist?
Dahinter steckt (möglicherweise) die geplante Obsoleszenz, d.h. die künstliche Alterung von Produkten, welche dadurch vorzeitig unbrauchbar werden. So etwas wie eine vom Hersteller eingebaute Maximalleistung. Neben der Glühbirne, deren Lebensdauer bereits in den 1920er Jahren durch ein Kartell künstlich verkürzt wurde, trat oder tritt dieses Phänomen auch bei Druckern auf, die nach dem Erreichen einer bestimmten Anzahl gedruckter Seiten einfach in den Streik treten, obwohl sie komplett funktionstüchtig sind. Ziel solcher Maßnahmen ist in der Regel der Verkauf neuer Produkte.
Eine bereits im Februar auf Arte ausgestrahlte (und auf YouTube verfügbare) Dokumentation widmet sich diesem Phänomen ausführlich.

Sehr empfehlenswerter Film, interessantes Thema und gleichzeitig erschreckend, dass es so etwas gibt, wo parallel permanent über Nachhaltigkeit diskutiert wird. Es ist zu hoffen, dass derartige Prinzipien angesichts immer transparenterer Märkte langsam aber sicher aussterben.

3 Kommentare zu “Kann eine Glühbirne 100 Jahre lang brennen?”

  1. Juni 29, 2011 at 8:57 am, Thomas Klimek said:

    Lesenswerter Artikel, herzlichen Dank! Das Video schaue ich mir später an.

    Ein sehr lensenswertes Buch worin solche Themen besprochen werden ist „What’s Mine is Yours: The Rise of Collaborative Consumption“ von Rachel Botsman.

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  2. Juli 01, 2011 at 6:50 am, Clemens Böge said:

    Ein Gedanke, der mich selbst in diesem Zusammenhang noch beschäftigt, ist, ob es so etwas wie geplante Obsoleszenz auch für Dienstleistungen geben kann. Oder, noch spezifischer, für beraterische Dienstleistungen.
    Kann man Beratung gezielt so gestalten, dass das Ergebnis bewusst nicht nachhaltig ist, um so neue Beratung zu verkaufen?
    Was denkt Ihr? Was wären mögliche Beispiele?

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  3. August 21, 2011 at 8:33 am, Clemens Böge said:

    Auch das Blog von Fitz B. Simon (Autor: Horst Kasper) beschäftigt sich mit dem Thema Obsoleszenz und ergänzt einige Aspekte und Beispiele: http://www.carl-auer.de/blog/kasper/obsoleszenz/

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